"daß schwaches über starkes siegt
starres geschmeidigem unterliegt
wer wüßte das nicht? doch wer handelt danach!"
Laozi: Dao De Jing, Vers 78
Übers. von Ernst Schwarz
"Was keiner geahnt haben durfte - "
Wie die Beobachtungen jedenfalls zeigen, war es im Sinne der Regierungen ein durchaus erfolgreicher Gehorsamstest, in dessen Folge es viele Profiteure, aber noch mehr Opfer gab. Nicht auszudenken, wenn dieser Feldversuch demnächst auf die Kriegsbereitschaft der Bevölkerung ausgedehnt wird. Und alles deutet daraufhin, nachdem ganz offen, aber in seinen Details geheim, ein "Operationsplan Deutschland" ausgerollt wird, der Deutschland zur Dreh- und Zielscheibe für den nächsten Krieg mit wem auch immer machen wird. (7)
Hierbei sollen sämtliche zivile Strukturen (Katastrophenschutz, Gesundheitsämter, Krankenhäuser, Schulen, Behörden, Ministerien, Betriebe, Industrie etc.) bis hin zu jedem einzelnen Bürger mit dem Militär zusammengeführt und alle Transaktionen unter der Federführung des Militärs und der Kriegswirtschaft koordiniert werden. Die noch zu verbessernde digitale Überwachung könnte dann dafür sorgen, dass jedem Bürger der passende Platz in diesem Plan zugewiesen wird.
Mit der drohenden "Wehrpflicht" sind es aber vor allem und schon wieder die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die nun endgültig ins Visier der Kriegsplaner geraten sind. Denn ohne "Kanonenfutter" ist auch ein hochtechnologischer Krieg nicht zu führen. Wenn die manipulative Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Medien zur bloßen Propaganda verkommt, ist es nur noch ein kleiner Schritt von der Verbreitung ihrer Lügen bis zur Wehrertüchtigung in der Schule und schließlich zur Zwangsrekrutierung unserer Söhne und Töchter für einen neuen Krieg. Es dürfte nicht schwer sein, hierfür das Recht auf Kriegsdienstverweigerung auszuhebeln.
Ja, Sie ja haben richtig gelesen, auch unsere Töchter. Denn auch sie sind in den Kriegsplänen bereits als feste Größe einkalkuliert und auch hierfür müsste es eine Änderung des Grundgesetzes geben. So als würden die Frauen keine Kinder gebären, als würden sie nicht den größten Dienst an der Gemeinschaft leisten, als würden sie nicht bei allen Gelegenheiten die größten Opfer bringen und die größte Last tragen. Wer betreut die Kinder, pflegt die Alten und behandelt die Kranken, wer verkauft das tägliche Brot, wer versorgt den Haushalt und wer wacht die ganzen Nächte, wenn ein Kind krank wird?
Und nun soll auch noch die Generation, die am meisten unter den Corona-Maßnahmen leiden musste, schon wieder missbraucht werden; diesmal unter dem Deckmantel des Einsatzes für Freiheit und Demokratie. Nein, sie sollen schlicht und ergreifend verheizt werden, wie schon so oft im Laufe der Geschichte. Unter der Orwell'schen Verdrehung, wonach Rüstung und die Bereitschaft zum Krieg den Frieden sichern, sollen sie ihr Leben opfern für den Profit global tätiger Finanzinvestoren: für Rüstung, Pharma, Medien, Digitalisierung und für jeden, der hier ein großes Geschäft wittert.
"Was keiner gewollt haben wollte"
Ein geflügeltes Wort besagt: "Es muss erst schlimmer werden, bevor es wieder besser wird". Damit wir diesen Punkt nicht verpassen, sollten wir langsam innehalten und uns endlich wieder daran erinnern, was unsere großen Dichter und Denker für die Nachwelt hinterlassen haben. In seinem Gedicht "Der Graben"(1926) erinnert KURT TUCHOLSKY an die gesellschaftliche Katastrophe des Krieges, die Brutalisierung des Menschen und die Sinnlosigkeit des gegenseitigen Tötens. Das Gedicht endet mit einer Geste der Freundschaft und der Hoffnung auf Frieden. (8)
"Wollt ihr denen nicht die Hände geben?
Reicht die Bruderhand als schönste aller Gaben
übern Graben, Leute, übern Graben -!"
Wie dagegen das Ende einer "staatlich verhetzten Jugend" aussieht, erzählt TUCHOLSKY in seinem Essay "Die brennende Lampe" (1931). (9) Weil es wieder keiner gewollt haben wollte, beschreibt er auch die Propaganda, der sich kein junger Mensch entziehen konnte und heute noch weniger entziehen kann. "Und einer hatte eben diese sanft brennende Lampe aufgebaut, sein Schaufenster war so hübsch dekoriert; da standen die Bücher, die das Lob des Tötens verkündeten, die Hymne des Mordes, die Psalmen der Gasgranaten. Deshalb, junger Mann." Die Buchläden von damals sind das Internet von heute, das jeder Jugendliche in der Hosentasche mit sich herumträgt, ein leichtes Opfer medialer Beeinflussung.
Da kein geistig gesunder Mensch einen Krieg will, muss jede Propaganda schon sehr früh bei den Kindern ansetzen: von den Kindergärten und Schulen über die Vereine und Kirchen bis zu den Massenmedien. Kriege brechen demnach nicht einfach aus und es wird auch nicht ab "jetzt zurückgeschossen". (10) Denn sie werden akribisch geplant, organisiert und vorbereitet: zeitlich, räumlich, materiell und personell. Der einzelne Soldat oder Bürger, vor allem aber die Jugend ist in dieser Strategie nur noch Teil einer verfügbaren Masse, die als Menschenmaterial zum Verbrauch ansteht. Es sind aber nicht nicht IHRE Kinder (die Kinder der sog. "Eliten"), sondern EURE Kinder, die im nächsten Krieg verheizt werden sollen.
"Nein, meine Söhne geb ich nicht"(14), singt Reinhard Mey. Dem muss man hinzufügen: Nein, meine Töchter auch nicht! Einer tausendfach verbreiteten Kriegspropaganda muss daher der wiederholte Aufruf zum Frieden und zur Völkerverständigung entgegentreten. So gilt der vielzitierte Satz von BERTHOLD BRECHT aus seiner "Rede für den Frieden" (1952) auch heute noch:
"Lasst uns das tausendmal Gesagte immer wieder sagen, damit es nicht einmal zu wenig gesagt wurde! Denn der Menschheit drohen Kriege, gegen welche die vergangenen wie armselige Versuche sind, und sie werden kommen ohne jeden Zweifel, wenn denen, die sie in aller Öffentlichkeit vorbereiten, nicht die Hände zerschlagen werden." (11)
WOLFGANG BORCHERT geht noch weiter, indem er die Verantwortung jedes Menschen in den Vordergrund rückt, gerade weil Kriege in aller Öffentlichkeit vorbereitet werden. So wird aus der Ohnmacht des Einzelnen die Macht der Vielen, wenn jeder für sich den Mut aufbringt "Nein!" zu sagen. Früher hieß dies "Schwerter zu Pflugscharen" und "Nie wieder Krieg!" oder "Stell' Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin".
In dem nur wenige Wochen vor seinem Tod (1947) vollendeten Manifest "Dann gibt es nur eins" setzt BORSCHERT in weiser Voraussicht der "Kriegstüchtigkeit" von heute einen eindringlichen Appell zur Friedensfähigkeit entgegen. Es sollte zur Pflichtlektüre jeder Schule werden. Vielleicht wird dann vor allem der zweite Teil zur Einkehr und schließlich zur Umkehr beitragen. Und der beginnt so:
"Denn wenn ihr nicht NEIN sagt,
wenn IHR nicht nein sagt, Mütter, dann: dann: ..." (12)
Wo alle verstrickt sein werden...
Unter dem ohrenbetäubenden Schweigen der Medien tobt noch ein Krieg von ganz anderer Art. Es ist ein Krieg global agierender Großkonzerne, Regierungen, Militärs und Geheimdiensten gegen die Menschen, ihr Gemeinschaftsleben, ihre Sprache und Kultur, ja gegen die Menschennatur selbst...